{"id":218,"date":"2009-09-20T14:35:42","date_gmt":"2009-09-20T12:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/?p=218"},"modified":"2017-09-15T17:19:26","modified_gmt":"2017-09-15T15:19:26","slug":"der-lange-schatten-des-prometheus-ueber-unseren-umgang-mit-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/der-lange-schatten-des-prometheus-ueber-unseren-umgang-mit-energie\/","title":{"rendered":"DER LANGE SCHATTEN DES PROMETHEUS &#8211; \u00dcBER UNSEREN UMGANG MIT ENERGIE"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">von Hartwig Berger<br \/>\noekom verlag, M\u00fcnchen 2009<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Kurzdarstellung und Inhaltsverzeichnis<\/strong><\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-187\" src=\"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Prometheus.jpg\" alt=\"Buchtitel: Der lange Schatten des Prometheus. \u00dcber unseren Umgang mit Energie\" width=\"180\" height=\"283\" \/>1. Ausgangsproblem und Leitfragen<\/h3>\n<p>Dem Buch geht die Einsch\u00e4tzung voraus, dass sich die Menschheit m\u00f6glichst z\u00fcgig von der Nutzung fossil gespeicherter Energietr\u00e4ger verabschieden muss \u2013 und das auch kann. Die dramatischen Ver\u00e4nderungen des Weltklimas machen das unabweislich. Ebenfalls wird vorausgesetzt, dass der schnelle Abschied von der fossil gepr\u00e4gten Industrialisierung technisch m\u00f6glich und wirtschaftlich sogar vorteilhaft ist. Eine konsequente Energie- und Solarwende kostet weit weniger, als mit Ausweichman\u00f6vern und nur halbherzigen Schritten den Klimawandel v\u00f6llig aus dem Ruder laufen zu lassen.<\/p>\n<p><!--more-->Warum zeichnet sich ein weltweiter energetischer Kurswechsel gleichwohl nicht ab? Die Voraussage eines gef\u00e4hrlichen Klimawandels ist seit \u00fcber 20 Jahren anerkannter Stand wissenschaftlicher Erkenntnis \u2013 dennoch sind in derselben Zeit die Treibhausgas-Emissionen so stark angestiegen wie selten zuvor, mit steigender Tendenz bis zum weltwirtschaftlichen Einbruch ab Ende 2008. Die globalen CO2-Emissionen nahmen von 1995 bis 2000 \u201enur\u201c um 8% zu, von 2000-2005 bereits um 15,8%. Und das geht keineswegs nur auf Rechnung der Schwellenl\u00e4nder: Der CO2-Aussto\u00df der USA erh\u00f6hte sich von 1990 bis 2004 um 16%, von Kanada und Australien um 25% bzw. 26%, von Spanien sogar um 53%.<\/p>\n<p>Warum ist die fossile Gesellschaft von so bemerkenswerter und auf mittlere Sicht selbstdestruktiven Stabilit\u00e4t? Das ist eine Leitfrage des Buchs. Zugleich gehe ich der Frage nach, wie ein Wandel der Gesellschaft in eine Richtung vorstellbar ist, die man als \u201esuffizientes\u201c Wirtschaften und Leben bezeichnet. Also f\u00fcr unser Thema: hin zu einem ma\u00dfvollen, selbstgen\u00fcgsamen Umgang mit Energie. Ich konzentriere mich dabei auf soziologische, philosophische und energiepolitische Teilanalysen, die in acht Kapitel gegliedert sind.<\/p>\n<h3>2. Knappe Inhalts\u00fcbersicht<\/h3>\n<p>Kapitel 1 fragt, welche Art der internationalen Regelung zur Eind\u00e4mmung der Klimagase eine Chance hat, weltweit als \u201egerecht\u201c anerkannt zu werden und entwickelt zu diesem Zweck einen Ansatz von Emissionshandel, der zugleich geeignet erscheint, die Bek\u00e4mpfung der Klimafolgen in den haupts\u00e4chlich betroffenen L\u00e4ndern (mit) zu finanzieren.<\/p>\n<p>Kapitel 2 kritisiert am Beispiel der Internationalen Energieagentur Zukunftskonzepte, die ein weiterhin hohes und weiter steigendes Niveau der Energienutzung unterstellen. Es wird gezeigt, dass eine umfassende Solarwende nur gelingt, wenn zugleich die Wende hin zu einem suffizienten Energiegebrauch gest\u00e4rkt wird.<\/p>\n<p>Kapitel 3 untersucht \u00fcberm\u00e4\u00dfige Energienutzung in der Autowerbung und in der Stadtarchitektur sowie Zusammenh\u00e4nge von Energie und Machtstreben.<\/p>\n<p>Kapitel 4 arbeitet soziale Grundmuster aus, die Arten der Energiegewinnung in der Geschichte gepr\u00e4gt haben. Die Nutzung von Feuer, M\u00fchlenkraft, die Ersetzung von K\u00f6rperkraft durch Maschinen und urbane Energieversorgung sind hier Bezugspunkte, wobei sich eine zunehmende Entkoppelung der Energiegewinnung von Alltagserfahrungen herausstellt.<\/p>\n<p>Kapitel 5 analysiert die Sackgasse verbrennungstechnischer Energiegewinnung am Beispiel der Mobilit\u00e4t. Nachteile und negative Folgen eines Umstiegs auf Biokraftstoffe werden dargestellt und argumentiert, dass die Gleichstellung von Bioenergien mit Erneuerbaren Energien insgesamt nicht zul\u00e4ssig ist. Somit hat motorisierte Mobilit\u00e4t nur bei deutlicher Reduzierung in den entwickelten Weltregionen und ohne weiteren Anstieg weitr\u00e4umiger Transportsysteme \u00fcberhaupt eine Zukunft.<\/p>\n<p>Kapitel 6 diskutiert Konzepte zur Analyse von Energieverhalten und entwickelt Gr\u00fcnde, sich hierbei statt am heute verbreiteten \u201eLebensstil-Ansatz\u201c an klassen- bzw. schichtspezifischen Lebenslagen zu orientieren. Erfolgsbedingungen von Kampagnen zum sparsamen Umgang mit Energie werden untersucht.<\/p>\n<p>Wie aber kann sich ein grundlegender kultureller Wandel hin zu suffizienter Energienutzung vollziehen? Dem geht Kapitel 7 nach, indem eine aktuelle sozialphilosophische Debatte zum Begriff der \u201eEntfremdung\u201c aufgegriffen und mit \u00dcberlegungen zum Verh\u00e4ltnis von \u00e4u\u00dferer Energiezufuhr und intrinsisch geweckter Lebensenergie verbunden wird.<\/p>\n<p>Kapitel 8 wendet sich einem zentralen Konzept weltweiter Solarwende zu: Der Forderung nach Energieautonomie, bei impliziter Abkehr von energetischer Fernversorgung. Wie in Kapitel 1 ankn\u00fcpfend an ethisch-philosophische Ans\u00e4tze, wird Energieautonomie als regulative Idee dargestellt, die weitr\u00e4umige Energienetze nicht prinzipiell ausschlie\u00dft. Gleichwohl weist sie in eine Form der Weltwirtschaft voraus, die weitr\u00e4umige Warenstr\u00f6me schrittweise reduziert und durch die globale Vernetzung von Wissen mittels digitaler Systeme ersetzt. Allerdings zwingt die kurze Zeit die aufgrund der Geschwindigkeit des Klimawandels bleibt, zumindest als \u00dcbergangsl\u00f6sung auch zentralisierte Energieversorgungssysteme aufzubauen.<\/p>\n<h3>3. Der Prometheus-Mythos<\/h3>\n<p>Der Titel spricht die Problemlage bildhaft an. Dass die Menschen einst lernten, das Feuer zu b\u00e4ndigen und zu nutzen, war ein zivilisatorischer Sprung, der sie endg\u00fcltig von anderen hominiden Arten absetzte. Nicht von ungef\u00e4hr bringt daher der antike Prometheus-Mythos die Menschwerdung in einen Zusammenhang mit dem Erwerb dieser grundlegenden technischen Fertigkeit. Im Mythos ist sie nun zugleich Ursprung einer massiven Verschlechterung der menschlichen Lebensumst\u00e4nde dar, durchaus analog zur Vertreibung aus dem Paradies, wie ihn die j\u00fcdische\/alttestamentarische Genesis schildert. Doch nicht die Feuernutzung wird als Ursache der Verschlechterung benannt, sondern die Herausforderung des bisherigen g\u00f6ttlichen Monopols, gewaltt\u00e4tige, ungeb\u00e4ndigte Feuerbr\u00fcnste durch Blitzeinschlag zu erzeugen. Diese Herausforderung veranlasst in der mythischen Erz\u00e4hlung den olympischen Gott Zeus, Krankheit, Tod und prek\u00e4re Lebensumst\u00e4nde in der Menschenwelt zu verbreiten.<\/p>\n<p>Als weitere g\u00f6ttliche Strafe wird der Feuerbringer an einen Felsen geschmiedet. Die industrielle Moderne verkehrte diese Geschichte zu einem besonderen \u201ehappy end\u201c: Durch Nutzung fossiler Energietr\u00e4ger, mit Techniken wie der Dampfmaschine und vor allem durch Elektrizit\u00e4tserzeugung sprengt der Umgang mit Feuer seine bisherigen Beschr\u00e4nkungen. Der nun als \u201eEntfesselter\u201c gefeierte Prometheus er\u00f6ffnet bis dahin ungeahnte technische und wirtschaftliche Entwicklungen . Gegenw\u00e4rtig vollzieht sich nun eine Wahrnehmungsverschiebung um 1800: Eben weil die Feuernutzung durch R\u00fcckgriff auf fossile Ressourcen vervielfacht werden konnte, kann sie vom mythischen zum realen historischen Verh\u00e4ngnis werden. Die Lebensbedingungen (nicht nur) der menschlichen Gesellschaften werden sich mit diesen Energietr\u00e4gern absehbar entscheidend verschlechtern. Zentrale Aufgabe der Gegenwart ist somit, aus dem Schatten der Prometheus endlich herauszutreten.<\/p>\n<h3>4. Energie im sozialen Umgang<\/h3>\n<p>Um besser zu verstehen, warum der Hang zu Energieverschwendung so gro\u00df und die Nutzung fossiler Energietr\u00e4ger so verfestigt ist, hilft es, den Umgang mit Energie als ein soziales Handeln zu sehen, das durch Normen, Gewohnheiten und die Interaktion mit anderen geleitet ist. Deutlich wird das etwa in der Kultur des Autofahrens und am verbreiteten Hang, schnelle und antriebsstarke und repr\u00e4sentative Fahrzeuge zu besitzen und zu nutzen. Au\u00dfen- und Selbstdarstellung der Eigent\u00fcmer und Nutzer werden wichtiger als der instrumentelle Nutzen, den ein Fahrzeugs zur z\u00fcgigen Fortbewegung bietet. Recht gut illustriert das die Produkt-Werbung. Auch generell l\u00e4sst sich das Verf\u00fcgen \u00fcber (Fremd-)Energie mit der Aus\u00fcbung und Bekundung gesellschaftlicher Macht zusammendenken. Mechanischer und maschineller Einsatz von Energie war im gro\u00dfen Stil erst mit dem Einsatz fossiler Energietr\u00e4ger m\u00f6glich. Damit konnte die Verf\u00fcgung \u00fcber menschliche K\u00f6rperkraft, die f\u00fcr Herrschaft in nicht industrialisierten Gesellschaften kennzeichnend ist, immer mehr durch ein Verf\u00fcgen per Energieeinsatz erg\u00e4nzt und teilweise abgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Zugleich ver\u00e4ndert sich das Verh\u00e4ltnis von Energie und menschlicher Arbeit, wie \u00fcberhaupt der Begriff \u201eEnergie\u201c im zeitlichen Zusammenfall mit der Industrialisierung neu definiert wird. Seit dem 19. Jahrhundert verstehen wir unter der \u201eEnergie\u201c eines Systems seine F\u00e4higkeit bzw. sein Potential, Arbeit zu verrichten. Das Modell des Antriebsmotors steht Pate f\u00fcr die Veranschaulichung des theoretischen Begriffs der Physik. Mit der Ausweitung energetisch angetriebener Produktion wird nun zugleich die abh\u00e4ngige (zumeist Lohn-)Arbeit entwertet, sei es durch die Substitution menschlicher Arbeit mittels technischer Prozesse, durch erh\u00f6hte Ausbeutung der nun produktiveren Arbeitsleistung, durch eine Entwertung qualifizierter handwerklicher Fertigkeiten oder durch Zerlegung der T\u00e4tigkeit in repetitive Teilarbeiten. Solche Prozesse f\u00f6rdern den Prestigeverfall k\u00f6rperlicher, teilweise auch geistiger Arbeit zugunsten von technisch angeleitetem Energieeinsatz. Die Ersetzung von Arbeit durch Energie, damit die Steigerung von Energieeinsatz, wird dagegen grunds\u00e4tzlich positiv gewertet.<\/p>\n<p>Die Nutzung fossiler Energietr\u00e4ger erm\u00f6glicht, \u00e4hnlich wie die Einf\u00fchrung der leitungsgebundenen Wasserver- und \u2013entsorgung, die Bildung urbaner Gro\u00dfr\u00e4ume. Die Lebensf\u00e4higkeit moderner Gro\u00df- und Megast\u00e4dte wird abh\u00e4ngig vom Einsatz dieser Ressourcen \u00fcber leitungsgebundene Fernversorgung. Die Energiegewinnung verschwindet aus dem Alltagsleben und wird auch aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t immer intransparenter f\u00fcr das Alltagsbewusstsein. Es wird zum Habitus (nicht nur) der urbanen Alltagskultur, von Energieleistungen bedient zu werden, deren Herkunft nicht mehr bekannt ist und nach der auch nicht gefragt zu werden braucht. Teilweise findet sich diese Haltung auch in der Stadtarchitektur \u2013 wenn etwa Geb\u00e4uden errichtet werden, die weit mehr Zufuhr an Energie ben\u00f6tigen als bei einem intelligenten Umgang mit dieser Ressource erforderlich ist.<\/p>\n<h3>5. Wege zu einem anderen Umgang mit Energie<\/h3>\n<p>Wie k\u00f6nnen verfestigte Orientierungen an fossilen Energietr\u00e4gern und an exzessiver Energienutzung gebrochen werden \u2013 noch dazu in der kurzen Zeitspanne, die uns der fortschreitende Klimawandel (noch) gew\u00e4hrt? Auch zu dieser Frage beschr\u00e4nkt sich das Buch auf Teilanalysen, etwa zum Thema \u201eKlimagerechtigkeit\u201c. Welche Grundz\u00fcge m\u00fcssen internationale Klimavereinbarungen haben, um als weltweit \u201egerechte\u201c L\u00f6sung gelten zu k\u00f6nnen? Warum soll ein Land\/ eine Gemeinde\/eine Person sich \u00fcberhaupt f\u00fcr den Klimaschutz engagieren, solange es die begr\u00fcndete Annahme gibt, dass sich andere L\u00e4nder nicht- oder deutlich weniger \u2013 engagieren? Eine ethische L\u00f6sung dieses Dilemmas, wie sie etwa der kategorische Imperativ Kants formuliert, schafft keine Handlungsmotivation. Hinzu kommt die krasse globale Asymmetrie in den Wirkungen globaler Klimaver\u00e4nderungen. Betroffen sind vor allem Gesellschaften und Regionen, die durch hohe Armut und ohnehin prek\u00e4re Lebensumst\u00e4nde gekennzeichnet sind, die aber wenig bis \u00fcberhaupt nicht zum Klimawandel beitragen. Umgekehrt halten sich in den L\u00e4ndern gem\u00e4\u00dfigter Breiten, die vor allem f\u00fcr die Generierung von Treibhausgasen verantwortlich sind, die Folgen eher in Grenzen.<\/p>\n<p>Dennoch muss eine weltweite Klimaschutz-Vereinbarung, um von den Opfer-L\u00e4ndern \u00fcberhaupt akzeptiert zu werden, zugleich eine Antwort darauf geben k\u00f6nnen, wie dieses krasse Gerechtigkeitsdefizit abgebaut werden kann. Ein weltweiter Emissionshandel, der \u00fcber die zu ersteigernden Zertifikate die Generierung von Emissionen monet\u00e4r belastet, um \u00fcber diese Ertr\u00e4ge Klimaanpassung, Katastrophenbek\u00e4mpfung und Energiewende in den Megast\u00e4dten und l\u00e4ndlichen Zonen der Opferregionen zu finanzieren, wird als m\u00f6glicher Weg dargestellt. Dabei sorgt die mit den Jahren schrittweise Schrumpfung der Emissionsm\u00e4rkte daf\u00fcr, dass die provisorisch zugestandene fossile Energienutzung in ein vollst\u00e4ndig solares Zeitalter m\u00fcnden kann.<\/p>\n<p>Die Frage danach, wie ein Wandel der Lebensf\u00fchrung hin zu einem \u201esuffizienten\u201c, ma\u00dfvollen Umgang mit Energie vorstellbar ist, wird ausgehend von einer philosophischen Analyse zum Entfremdungsbegriff behandelt. Es wird der Hypothese nachgegangen, dass Opulenz im Umgang mit Energie ein Kennzeichen entfremdeter Lebensf\u00fchrung ist. Dass damit keineswegs ein Wandel des entsprechenden Sozialverhaltens anzunehmen ist, er\u00f6rtern Exkurse zu Erfolgschancen von Energiekampagnen und eine Fallstudie im l\u00e4ndlichen Milieu.<\/p>\n<p>Eine weitere Analyse gilt der Debatte, ob das Konzept der Energieautonomie ein geeigneter Ansatz f\u00fcr eine Solarwende ist, die konsequent auf die Nutzung erneuerbarer Ressourcen setzt. Sollten \u2013 wie etwa Hermann Scheer propagiert &#8211; solare Energiesysteme prim\u00e4r oder gar ausschlie\u00dflich auf Eigenversorgung setzen? Oder sollte vor allem ein schneller Aufbau weitr\u00e4umiger Strukturen betrieben werden, wie das der Club of Rome oder Al Gore f\u00fcr erforderlich halten?<\/p>\n<p>Differenziert man den Ansatz der\u201eEnergieautonomie\u201c unter R\u00fcckgriff auf Kants Ethik, zeigt sich, dass er mit einer zukunftsf\u00e4higen Vernetzung der Weltwirtschaft durchaus vereinbar ist. Nach dieser Idee von Globalisierung w\u00fcrden nicht mehr Riesentanker, Containerschiffe und Transportflugzeuge \u00fcber den Erdball geschickt; regionale Wirtschaftskreisl\u00e4ufe w\u00fcrden vor allem durch eine globale Vernetzung von Wissen und von technischen Fertigkeiten stimuliert und weiter entwickelt.<\/p>\n<h3>6. Inhaltsverzeichnis<\/h3>\n<h4>Einleitung und \u00dcbersicht<\/h4>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">1. Gerechtigkeit im Klimawandel<br \/>\n1.1 Was ist \u201egerecht\u201c im Klimaschutz?<br \/>\n1.2 T\u00e4ter und Opfer<br \/>\n1.3 Handel f\u00fcr ausgleichende Gerechtigkeit<br \/>\n1.4 Akteure des Emissionshandels<br \/>\n1.5 Den Tiger reiten?<br \/>\n1.6 Recht und Moral im Klimaschutz<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">2. Energiehunger und Solarwende<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">3. Energie in sozialen Zusammenh\u00e4ngen<br \/>\n3.1 Gew\u00f6hnliche Energieverschwendung<br \/>\n3.2 Automobiler Zeitgeist<br \/>\n3.3 Urbanit\u00e4t und Energie<br \/>\n3.4 Energie und Herrschaft<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">4. Energienutzung und Gesellschaftswandel<br \/>\n4.1 Feuernutzung einst und jetzt<br \/>\n4.2 Energie und abh\u00e4ngige Arbeit<br \/>\n4.3 Die Kraft der M\u00fchlen<br \/>\n4.4 Energie aus der Ver-Steckdose<br \/>\n4.5 Stolperstein Windkraft<br \/>\n4.6 Im Bann der Kohle<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">5. Verh\u00e4ngnis Verbrennungsmotor<br \/>\n5.1 Verbrennungstechnik und Elektrotechnik<br \/>\n5.2 Regenerierbarkeit und Fl\u00e4che<br \/>\n5.3 Bauern gegen Biokraft<br \/>\n5.4 Ern\u00e4hrungskrise<br \/>\n5.5 Grenzen der Mobilit\u00e4t<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">6. Wandel im Energieverhalten<br \/>\n6.1 Lebensstile und Klassenlage<br \/>\n6.2 Von der Holzkohle zur Klimaanlage<br \/>\n6.3 Energiesparkampagnen<br \/>\n6.4 Sparen mit Energieexperten<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">7. Ma\u00dfvolles Energiehandeln<br \/>\n7.1 Suffizienz und Sozialwandel<br \/>\n7.2 Askese und Kapital<br \/>\n7.3 Entfremdung neu betrachtet<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">8. Energieautonomie<br \/>\n8.1 Dezentralisierung und die Globalisierung des Wissens<br \/>\n8.2 Autonomie als regulative Idee<br \/>\n8.3 Pr\u00e4ventive Dezentralisierung<br \/>\n8.4 Energiewende unter Zeitzwang<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">9. Der Rat des Prometheus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hartwig Berger oekom verlag, M\u00fcnchen 2009 Kurzdarstellung und Inhaltsverzeichnis 1. Ausgangsproblem und Leitfragen Dem Buch geht die Einsch\u00e4tzung voraus, dass sich die Menschheit m\u00f6glichst z\u00fcgig von der Nutzung fossil gespeicherter Energietr\u00e4ger verabschieden muss \u2013 und das auch kann. Die dramatischen Ver\u00e4nderungen des Weltklimas machen das unabweislich. Ebenfalls wird vorausgesetzt, dass der schnelle Abschied von &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/der-lange-schatten-des-prometheus-ueber-unseren-umgang-mit-energie\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[90,210],"tags":[124,79,82,76,27],"class_list":["post-218","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-klima-und-energie","category-publikationen","tag-energieverschwendung","tag-klimagerechtigkeit","tag-klimaschutz","tag-klimawandel","tag-solarwende","nodate","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=218"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":325,"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218\/revisions\/325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hartwig-berger.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}