Für einen anderen Umgang mit Abwasser in und um Berlin

Mit Klarwasser den Naturschutz verbessern

Für einen anderen Umgang mit Abwasser in und um Berlin

Hartwig Berger, Co-Sprecher der LAG Umwelt und Klima

September 2022

Klärteich in Hobrechtsfelde, F: H. Berger, 9/2022

Klärteich in Hobrechtsfelde, Foto: Hartwig Berger, 9/2022

  1. Die Ausgangslage
  2. Grundwasserschutz und Klarwasser
  3. Naturschutz, Biologische Vielfalt und neue „Rieselfelder“
  4. Rieselfelder und Naturschutz – einige Vorschläge
  5. Klarwasser-und Spree
  6. Naturdünger versus Abwasserklärung – ein Nachtrag

 

1. Die Ausgangslage

Dass unsere Region am Beginn einer anhaltenden Wasserkrise steht und zunehmend auszutrocknen droht, ist inzwischen ein Gemeinplatz. In Berlin, stärker noch in den von Grundwasserförderung abhängigen Gemeinden der Nachbarschaft, geht der Grundwasserstand zurück. Extremsommer und ein mit Bevölkerungs- und Gewerbe-Zuwachs zunehmender Wasserverbrauchs beschleunigt diesen Prozess weiter. Immer mehr natursensible Zonen, insbesondere Moore und weitere Feuchtgebiete, drohen weiter degradiert, wenn nicht gänzlich zerstört zu werden.

Es ist daher höchste Zeit, eingespielte Praktiken zu überdenken, durch die knapper werdende Wasserressourcen aus der Region verloren gehen. Eine dieser Praktiken sind die zahllosen Abflussgräben, die Wasser der märkischen Landschaft entziehen es letztlich in die Meere leiten – oder zur Verdunstung anderenorts. Eine zweite Praktik, auf die ich mich hier konzentriere, ist der Umgang mit den Abwässern. Sie werden in Berlin unter Einhaltung der europäischen Mindeststandards geklärt, der Standard ihrer Reinigung wird zunehmend verbessert. Doch bisher bleibt es dabei, dass das Klarwasser anschließend über die über die Flüsse abgeleitet werden.

Immerhin gibt es zwei Ausnahmen: Pro Jahr knapp 2 Mio m³ werden aus dem Klärwerk Schönerlinde über den Lietzengraben in ehemalige Rieselfelder bei Hobrechtsfelde eingeleitet. Auf dieses aus Naturschutzsicht vorbildliche Projekt wird noch einzugehen sein (4.) Zum zweiten wird der Grundwasserhaushalt des Spandauer Forst zwar nicht durch Klarwasser aber durch Einleitung von zuvor aufbereitetem Wasser aus der Havel gestützt.

Im Ergebnis bleibt: Die rund 260 Mio m³ an Klarwasser, die pro Jahr in Berlin – samt einigen an der Klärung mitbeteiligten Nachbarkommunen – anfallen, gehen der Region über Spree und Havel verloren. Um den Umfang des Verlusts zu veranschaulichen: Die Menge reicht aus, um Berlins größtes und vermutlich schönstes Gewässer, den Müggelsee, siebenmal vollständig aufzufüllen. Oder denken wir uns ein Becken von der Größe unserer Stadt, so wäre es mit dem in Berlin pro Jahr anfallendem Abwasser in einer Höhe von 30 cm gefüllt. Kein Pappenstil in einer Region, die immer mehr in Zustände chronischer Austrocknung gerät.

 

2. Grundwasserschutz und Klarwasser

Eine Klarwasser-Ableitung über Flussläufe ist im Schatten der einsetzenden Klimakatastrophe1 so ziemlich das Gegenstück zu einem als „nachhaltig“ zu qualifizierenden Umgang mit Wasser. Initiativen, diesen Zustand zu ändern, sind bisher jedoch an einem Besorgnisgrundsatz gescheitert, der sich auf eine strikte Anwendung des §48(1) des Wasserhaushaltsgesetz stützt:

  1. Eine Erlaubnis für das Einbringen und Einleiten von Stoffen in das Grundwasser darf nur erteilt werden, wenn eine nachteilige Veränderung der Wasserbeschaffenheit nicht zu besorgen ist.

Statt mich in die Rechtsdebatte zur Anwendung des zitierten Paragrafen einzumischen, möchte ich auf Ungereimtheiten und Inkonsistenzen bei strikter Anwendung dieses Besorgnisgrundsatzes hinweisen. Eine Anwendung, die gegenwärtig in Berlin wie in Brandenburg nahezu jede Maßnahme einer Klarwassereinleitung in die Landschaft verhindert.

  1. Der Besorgnisgrundsatz wird in der Einleitung von Klarwasser streng . in der Landwirtschaft oder bei Deponierung etwa von Bauabfällen hingegen sehr „liberal“ gehandhabt. Der konventionelle Ackerbau trägt in unvergleichlich höherem Umfang und Konzentration zum Eintrag von Nitraten und Pestiziden in den Boden ein und belastet dauerhaft das Grundwasser und die Trinkwasserförderung in den angrenzenden Gebieten – mit weit höheren Gesundheitsrisiken, als bei Einleitung von gut gereinigtem Abwasser überhaupt denkbar wäre.
  1. Berlin hat den Ruf, in der Trinkwassergewinnung über den Weg der Uferfiltration vorbildlich zu sein. Ohne das in Zweifel zu ziehen, sei auf ein Problem hingewiesen, das sich mit zurückgehendem Zufluss der Spree noch mehr vergrößert. In den Sommermonaten setzt sich das Wasser der Spree schon jetzt zu mehr als 50% aus dem Klarwasser der in den Fluss einleitenden Klärwerke zusammen. So hat in diesem Sommer die Erpe als wasserführender Bach erst seit dem Klärwerk Münchehofe Wasser geführt und ist im Oberlauf nördlich vom Klärwerk vollständig ausgetrocknet. Mit dem Rückgang und dem Aus der Braunkohleförderung wird sich die Lage an der Spree weiter verschärfen. Die Brunnen der Wasserwerke Wuhlheide, Tiefwerder, und Beelitzhof, demnächst auch wieder Johannisthal und Jungfernheide, deren Wiedereröffnung geplant ist, beziehen über den Weg der Uferfiltration zu 60-70% ihr Wasser aus dem Fluss. Warum soll der Klarwasseranteil, der über Bodenfiltration auch in unser Trinkwasser eingeht, nicht bedenklich sein, wohl aber der Anteil an Klarwasser, sofern er, in gehöriger Entfernung von Trinkwasser-Brunnen in die Landschaft eingeleitet wird?
  1. Die Reinigungsleistung der Berliner Klärwerke steht im europäischen Vergleich gut da, auch wenn sie zugleich verbesserungsfähig ist. Die BWB haben denn auch ein umfangreiches Investitionsprogramm zur Verbesserung der Klärwerksleistung aufgesetzt; so wird derzeit im Klärwerk Schönerlinde eine sog. „Flockungsfiltration“ eingerichtet, die bisherige Restbestände von Phosphor und Stickstoff entfernt. Des weiteren wird im größten Klärwerk Ruhleben versucht, Medikamentenrückstände durch UV-Desinfektion chemisch aufzulösen. Schließlich gibt es intensive Bemühungen, das Mikroplastik aus dem Abwasser zu entfernen. Als Zieldatum zur Verbesserung Reinigungsleitung haben die BWB, den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie folgend, das Jahr 2027 gesetzt. Es liegt auf der Hand, diesen Prozess mit der Vorbereitung und Einführung der Einleitung von Klarwasser in Landschaftsteile zu verbinden, die das nötig haben.

3. Naturschutz, Biologische Vielfalt und neue „Rieselfelder“

Es geht beim Plädoyer zur Wiedereinleitung geklärter Abwässer nicht „nur“ um eine Stützung des fragil gewordenen Grundwasserstandes in unserer Region. Die Berieselung von Landschaftsteilen, die im Zuge der Klimakatastrophe ausgetrocknet sind oder auszutrocknen drohen, ist auch eine Aktion erster Güte für den Naturschutz und zur Förderung der so stark bedrohten Biodiversität in wie um Berlin2.

Um zu sehen, welche Möglichkeiten sich hier öffnen, ist ein Blick auf das Münsteraner Projekt der Wiederbelebung ehemaliger Rieselfelder der Stadt zu empfehlen, „digital“ zugänglich z.B. über http://www.biostation-muenster.org/. Durch eine Rückführung der zuvor geklärten Abwässer auf dieses 2,3 km² umfassende Gebiet ist ein Eldorado für 130 gezählte Vogelarten, für Amphibien, Libellen, Insekten aller Art , selten gewordene Fisch- und zahllose zuvor verschwundene Pflanzen-Arten entstanden. Die Münsteraner Rieselfelder wurden aufgrund ihrer Bedeutung zu einem Europareservat für Watvögel erklärt, für Münster und Umgebung sind ihre zugänglichen Teile zu einem weithin gesuchten Gebiet für Naherholung und Naturerlebnis geworden.

Auch ein Besuch in und bei Berlin kann dazu dienen, sich das „Natur-Potential“ gezielter Wiedervernässung durch Klarwasser zu vergegenwärtigen:

Im Gebiet der ehemaligen Rieselfelder um den Lietzengraben bei Hobrechtsfelde. wird seit etwa 10 Jahren Klarwasser aus dem nahegelegenen Klärwerk Schönerlinde in einige ehemalige Rieselfelder eingeleitet, die so zu be- und umwachsenen Klärteichen renaturiert werden (vgl. das Foto zu Beginn des Artikels). Derzeit wird dort Wasser im Umfang von 1,6 Mio m³ Wasser pro Jahr eingeleitet. Die Berliner Forsten und der Naturpark Barnim haben das durch Rückbau früherer Entwässerungsgräben ergänzt, um auch so mehr Wasser im Gebiet zu halten. Zugleich wurden naturnah gehaltene Weideflächen z. B. für Wildpferde und spezielle Rinderarten eingerichtet. Indem Spontanvegetation in jeder Hinsicht gefördert und belassen wird, ist auch sonst eine vielfältige Landschaft entstanden. Der Kunstweg „Steine ohne Grenzen“, der durch das Gebiet führt, ergänzt den Naturgewinn in kultureller Hinsicht.

Die bisherigen Ergebnisse in Hobrechtsfelde können sich sehen lassen. So wurden 107 Brutvogelarten nachgewiesen, darunter besonders auf Feuchtgebiete angewiesene Arten, die kaum mehr im näheren Umkreis zu finden sind: wie Wachtelkönig, Zwerg- und Rohrdommel, Kiebitze, Braunkehlchen, Krick- und Löffelente. Viele Arten an Reptilien, Amphibien und Libellen haben wieder ihren Lebensraum gefunden. Die Natur-Aufwertung der ehemaligen Rieselfelder bei Hobrechtsfelde ist so erfolgreich, dass sie 2019 zu einem offiziellen Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ernannt wurden.

 

4. Rieselfelder und Naturschutz – einige Vorschläge

Um das Plädoyer „Mit Klarwasser für mehr Naturschutz“ etwas konkreter zu machen, nenne ich neben Hobrechtsfelde Gebiete im Umfeld der Berliner Klärwerke, die für eine (Wieder-)Vernässung geeignet erscheinen:

  • Wie wäre es, Klarwasser aus dem Klärwerk Ruhleben, dessen Reinigungsleistung demnächst weiter verbessert wird, wieder in das Gebiet der ehemaligen Gatower Rieselfelder einzuleiten? Erschiene das nach Prüfung der möglicherweise durch frühere Berieselung noch belasteten Bodenverhältnisse als problematisch, könnte das Wasser auch in den Spandauer Forst geleitet werden und damit die bisherige Entnahme von Wasser aus der Havel3 entlasten.
  • Das Klärwerk Stahnsdorf wird nach Bekunden der BWB demnächst durch einen modernen Neubau mit maximal möglicher Leistung ersetzt. Warum nicht hier anfallendes Klarwasser zur Wiedervernässung der für den Naturschutz potentiell so wertvollen und derzeit stark drainierten Nuthe Nieplitz Niederung verwenden und damit den hier ausgewiesenen Naturparks aufzuwerten? Hier könnte neben Hobrechtsfelde ein weiterer „hot spot“ der Biodiversität entstehen, der ebenso anziehend für eine naturbezogene Naherholung aus dem nahe gelegenen Berlin ist.
  • Das Klärwerk Wassmannsdorf befindet sich im Umfeld früherer Rieselfelder und der Wiesen, Weiden und Felder der Berliner Stadtgüter Friederikenhof und Großbeeren. Hier drängt sich eine Prüfung der Wiedervernässung bei Aufwertung des Natur- und Artenschutzes auf. Eine Alternative wäre, allerdings über eine weitere Distanz, eine Vernässung um den stark von Wasserschwund betroffenen Seddiner See. Der See hat Verbindung zum Grundwasser, dessen Stand immer mehr zurückgeht. Grund dafür ist neben dem Regenmangel die Rasensprengung auf einem angrenzenden Golfplatz, in erster Linie aber die extensive Nutzung von Grundwasser für den Beelitzer Spargelanbau.
  • Beim Klärwerk Wansdorf, nordwestlich von Spandau gelegen, bietet sich die Aufwertung der durch Drainage trockengelegten Wansdorfer Wiesen und des Gebiets um den südlicher gelegenen Neuendorfer Kanal an; möglicherweise auch eine ergänzende Grundwasseranreicherung im angrenzenden Spandauer Forst.
  • In den letzten Jahren rückte, angestoßen durch die Debatte um die Tesla-Fabrik bei Grünheide, die Wasserversorgung im Raum Erkner-Strausberg in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Schon zuvor war der starke Rückgang des Wasserstandes im Strausberger See ein Grund zur Sorge. Das zuständige Wasserwerk sieht sich inzwischen zu Maßnahmen der Verbrauchseinschränkung gezwungen. Am Westrand dieses Gebiets befindet sich das Klärwerk Münchehofe, das bisher über die Erpe in die Spree ableitet. Diese Einleitung ist vor allem in den Sommermonaten problematisch, wenn aufgrund des Wassermangels eine rückwärts fließende Spree Klarwasser in den Müggelsee leitet. Stattdessen könnte Klarwasser aus Münchehofe helfen, die sinkenden Grundwasserstände von Strausberg bis Erkner zu stabilisieren.

5. Klarwasser und Spree

Eine Einleitung von Klarwasser zur Stärkung des Landschaftswasserhaushalts könnte schrittweise ausgeweitet werden. Neben einer Ausweitung in Hobrechtsfelde wäre zunächst vielleicht eine Vernässung in der Nuthe-Nieplitz Niederung südlich von Berlin sinnvoll. Das würde den Natur- und Artenschutz im dortigen Naturpark aufwerten. Selbstverständlich wäre das nur in Absprache und gemeinsam mit dem Land Brandenburg, dem dortigen Landkreis und in Vereinbarung mit den dortigen landwirtschaftlichen Betrieben möglich.

Eine vollständige Kreislaufführung („Klarwasser zurück in die Landschaft“) erscheint allerdings weder möglich noch sinnvoll. Einer der Gründe dafür ist die Wasserführung unserer Gewässer. Die Spree wäre ohne die Klarwassereinleitungen zur Sommerzeit nur mehr ein Schatten ihrer selbst, zusätzlich gebeutelt von Regenmangel und dem Desaster der Braunkohleförderung. Die weitere Einleitung eines Anteils des Klarwassers lässt sich auch systemisch rechtfertigen, da dem Fluss und den vorgelagerten Seen bei Köpenick per Uferfiltration Wasser entzogen wurde. Wir sollten also nicht nur bezüglich des Grundwassers, sondern auch bezüglich des Wasserstands der Spree auf Kreislaufführung setzen. Die Durchflussmenge der Spree wird sich weiter verknappen. Ob in den Sommermonaten kommender Jahre der rege Schiffsverkehr auf dem Fluss noch möglich sein wird, steht durchaus in Frage.

 

6. Naturdünger versus Abwasserklärung – ein Nachtrag

Wenn ich für die Nutzung von Klarwasser im Landschaftswasserhaushalt werbe, schwebt ein ungeklärter Geist mit durch den Raum: Der Anfall hoher Abwassermengen und ihre Reinigung in Klärwerken ist aus ökologischer Sicht nicht als nachhaltig zu werten. Die Klärwerke vernichten oder verringern unter hohem Energieaufwand Wertstoffe wie Phosphor und Stickstoff, die zur Bodenanreicherung in der Landwirtschaft dringend benötigt werden. Zur gleichen Zeit werden auf „konventionellen“ Äckern weiter Düngemittel eingebracht, die unter enormem Einsatz von Erdgas und unter energieaufwendiger Erhitzung hergestellt werden. Es fällt auf und befremdet, dass in der gegenwärtigen Debatte um die zwingend notwendige Einsparung von Erdgas die Düngemittel-Industrie ausgeblendet bleibt. Zwar wird zunehmend durch aufwendige Verfahren aus der Asche verbrannten Klärschlamms Phosphor ausgefiltert, jedoch gelingt das nur in einem geringen Maß und wiederum nur unter hohem Energieaufwand.

Es erscheint daher sinnvoll, die Wasserversorgung bei Neubauvorhaben und bei Altbauten im Modellversuch schrittweise auf eine direkte Gewinnung der mit den Exkrementen in Haushalten anfallenden Wertstoffen umzustellen und diese in der Landwirtschaft zu nutzen4. Wie das geht und wie Kontaminierungen etwa durch Medikamentenreste vermieden werden können, wäre ein eigenes Thema. Mit solchen Projekten wäre natürlich kein Klarwasser anfallen, sein Beitrag zur Stärkung des Landschaftswasserhaushalts entfiele. doch reduziert der Entfall der Wasserspülung die Trinkwasserförderung ganz erheblich – was Naturlandschaften auch gegen Dürre und Austrocknung „wappnet“.

 

Fußnoten:

1 Der Klimawandel ist unstrittig ein katastrophaler Prozess, nicht nur eine „Klimakrise“ mit immer als vorübergehend prognostiziertem Charakter.

2 Ein anderer Weg Klarwasser zu nutzen, wäre die Nutzung in der Landwirtschaft. Das hilft natrlich nicht dem Naturschutz, kann aber zumindest dazu beitragen, eine sonstige hoch problematische Nutzung von Grundwasser zu vermeiden. Die Debatte dazu wäre in Brandenburg zu führen.

3 Siehe oben im Text

4 Die Ableitung der Abwässer aus Berlin auf Rieselfelder, die zuvor als Stadtgüter von Berlin angekauft wurden, war im 19. Jahrhundert ohne Zweifel eine enorme Pionierleistung. Berlin genoss zur Mitte des Jahrhunderts den zweifelhaften Ruf , die schmutzigste Metropole Europas zu sein. Ein Grund dafür war die rücksichtslose „Entsorgung“ der Fäkalien, vorzugsweise der Bürgerhäuser, nächtlich in die Spree. Bezüglich Hygiene, Umweltvorsorge und Lebensqualität war die Einführung der Abwässerklärung, damals durch Rieselfelder, also ein Riesenfortschritt. Zu jener Zeit erhob sich zugleich entschiedener Protest der Fuhrunternehmer, die mit eigens hergerichteten Lastkutschen die Fäkalien zu landwirtschaftlichen Betrieben verbrachten und damit ihr Geld verdienten .

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1 Kommentar

  1. Als Aktivistin für Klimagerechtigkeit bin ich tief besorgt über die 260 Mio m³ Klarwasser, die jährlich unserer Region entzogen werden. Dieser Artikel beleuchtet ein wichtiges Thema, das oft übersehen wird. Die Wiedereinführung von Klarwasser in die Landschaft könnte nicht nur den Landschaftswasserhaushalt unterstützen, sondern auch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. Es ist höchste Zeit, dass wir unsere Ressourcen verantwortungsvoll nutzen. Ich danke Herrn Berger für diesen aufschlussreichen Artikel und hoffe, dass er zu konkreten Veränderungen führt.

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